Sprechen wir über die Aktivitäten des Bundes in der Spielebranche, denken die meisten zuallererst an Fördergelder: Finanzpumpen, die die deutsche Entwicklerszene zusätzlich zu den Förderprogrammen der Bundesländer aufbauen und stärken sollen. Doch abseits dieser eher indirekten Beteiligung an der Spieleentwicklung mischt eine besondere Institution des Bunds auch ganz aktiv in der deutschen Spielebranche mit – die Bundeszentrale für politische Bildung.
Die Institution gibt es seit 1952 und sollte ursprünglich die Demokratisierung Nachkriegsdeutschlands stärken und BürgerInnen zur politischen Teilhabe ermuntern. Daraus hat sich bis heute ein breites Spektrum an Weiterbildungsmöglichkeiten entwickelt, die sich an Behörden, aber auch an Projektgruppen, Schulen und andere gesellschaftliche Einrichtungen richten.
Was aber nur wenige wissen: Schon seit Jahren umfassen die Aktivitäten der BpB auch Spieleentwicklung – mit teils spektakulären Ergebnissen, die gleichzeitig von der breiten Öffentlichkeit oftmals gar nicht wahrgenommen werden. Das nächste Projekt der Zentrale soll das nun ändern: Eine riesige Ausschreibung, um die sich 41 Studios beworben haben, stellte die Entwicklung eines politischen Spiels in Aussicht, das auch kommerziell erfolgreich sein soll.
Gewonnen hat diese Ausschreibung das renommierte Berliner Entwicklerteam Paintbucket Games, die nun gemeinsam mit der BpB den Titel SOKO 1977 entwickeln – ein Spiel über den Deutschen Herbst, in dem wir Terrorzellen ausheben müssen, inszeniert als Roguelite. Sowas gab’s noch nie.

In dieser Sendung trifft Dom Schott den Studio-Chef von Paintbucket, Jörg Friedrich, um mit ihm über dieses ungewöhnliche Spiel und die Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale zu sprechen. Außerdem erscheint Dr. Felix Zimmermann vor Doms Mikrofon, der sich die große Ausschreibung der BpB ausgedacht und ausgewertet hat. Er erklärt uns, wie eine solche Ausschreibung eigentlich abläuft – und warum sich die Bundeszentrale so sehr für die Welt der Spiele interessiert.
